Mona Breede
Über
Mona Breede ist international für ihre reduzierten fotografischen Inszenierungen bekannt. Besonders ihre Serien «The Choreographed City», «Wait and Walk» und «Menschen und Räume» zeichnen sich durch eine sehr originelle konzeptionelle Herangehensweise aus. Mit dieser Handschrift nimmt sie eine eigenständige Position innerhalb der zeitgenössischen künstlerischen Architekturfotografie ein.
Breedes Fotokunst ist rhetorische Arbeit im Raum. Sie verbindet dabei ihren formalistisch strengen Ansatz mit einer Ästhetik des Performativen zu einem atmosphärischen Gesamteindruck. Im Gegensatz zu ihren Einzelbildern entfaltet Mona Breede in ihren Panoramabildern erfindungsreich ein ganzes Spektrum an Bezugssystemen. Die Panoramen bilden deshalb eine eigene Werkgruppe im Gesamtoeuvre der Künstlerin. Der Bildraum gliedert sich meist in fünf horizontal verlaufende Bildstreifen, die klar voneinander getrennt sind. Ein Streifen Asphalt, ein über einen Bordstein erhöhter Weg, eine Mauer, ein Stadtprospekt und ein Himmel. Diesen erzählerischen Stadtinszenierungen liegt das performative Raumverständnis Michel de Certeaus zugrunde, wie er es in «der Kunst des Handelns» entwirft. Es ist erstaunlich, wie die Künstlerin de Certeaus Logik nachvollzieht und in ihre Bildwelt übersetzt. Fast scheint es so, als würde sie jede Bildzone mit markanten Bausteinen des Theoriegebäudes bespielen.
So entwirft sie auf einer Ebene ein charakteristisches und sehr individuelles Bild der jeweiligen Stadt, das der realen Topografie keineswegs entspricht. Frei arrangiert sie Versatzstücke von mehr oder weniger signifikanten Gebäudeensemblen, Häuserblöcken, monumentalen Bauwerken und Ausblicken neu. Dabei verwebt sie unterschiedliche Aufnahmestandpunkte miteinander, dreht Häuserfronten, verrückt Perspektiven, faltet den Raum auf eine Ebene zusammen. Sie zitiert das Konzept «Stadt» als gebaute Ordnung, als Manifestation von Machtstrukturen.
Während ihres Aufenthaltes in Stein am Rhein kreierte sie zwei Panoramen der Stadt Stein am Rhein und zahlreiche Einzelaufnahmen, die in einer Broschüre zusammengestellt sind. Die beiden Panoramen sind derzeit im Kulturhaus Obere Stube ausgestellt.
Text: Helga Sandl
Biografie
Mona Breede, 1968 in Kiel geboren, studierte, nach einer Ausbildung zur Fotografin, Grafikdesign und Fotografie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe bei Gunter Rambow und Thomas Struth. Breede war auf zahlreichen Fotografie-Festivals vertreten. Seit 2009 ist sie Dozentin für Fotografie an verschiedenen Hochschulen in Karlsruhe u.a. an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe. Für die Werkgruppe «The Choreographed City» reiste sie nach New York, Chicago, Rom, Paris, Moskau, Berlin und viele andere Grossstädte. Konzentriert und klar sind neben diesen inszenierten Städtebildern auch die weiteren Themen, die ihr fotografisches Werk umfasst. Neben Landschaften und industriellen Bildwelten schuf sie für den Energiekonzern Baden-Württemberg (EnBW) die Serie «Menschenbilder – Arbeitswelten».
Info
Weitere Informationen
www.monabreede.de



